Bei der sogenannten CRP-Apherese handelt es sich um ein spezielles Blutreinigungsverfahren, bei dem das C-reaktive Protein (CRP), ein Entzündungen-anzeigendes Protein, gezielt aus dem Blutplasma entfernt wird. Nach einem Herzinfarkt steigt CRP deutlich an und könnte die weitere Schädigung des Herzmuskels begünstigen. Die Behandlung soll diesen Prozess begrenzen.
Ob die CRP-Apherese tatsächlich einen zusätzlichen, patientenrelevanten Nutzen bringt, soll die CLEAR-MI-Studie zeigen. Untersucht wird die Methode bei Patientinnen und Patienten mit einem erstmaligen akuten Herzinfarkt und stark erhöhtem CRP, die bereits mit der Standardtherapie mittels Herzkatheter (perkutane Koronarintervention, PCI) behandelt wurden. Über 24 Monate wird beobachtet, ob durch die zusätzliche CRP-Apherese nach dem Infarkt weniger schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse auftreten als bei alleiniger Standardtherapie. Dazu zählen insbesondere Todesfälle, erneute Herzinfarkte oder Schlaganfälle.
„Das Besondere des Therapieansatzes ist, dass nicht das verschlossene Gefäß, sondern ein möglicher nachgelagerter Mechanismus der Herzmuskelschädigung therapeutisch adressiert wird“, erläutert Studienleiterin Prof. Schmidt. „Erste Untersuchungen geben Anlass zur Hoffnung. Mit der CLEAR-MI-Studie wollen wir nun klären, ob die CRP-Apherese tatsächlich einen relevanten Nutzen für Patienten hat und künftig allen gesetzlich Versicherten zugutekommen könnte.“
„Die CLEAR-MI-Studie ist anspruchsvoll, weil sie unmittelbar im akutmedizinischen Umfeld des Herzinfarkts ansetzt. Bei der Studienkonzeption haben wir deshalb besonders darauf geachtet, die Behandlung gut in die klinischen Abläufe zu integrieren und zugleich eine wissenschaftlich belastbare Untersuchung zu ermöglichen“, sagt Dr. Marc Kurepkat, CEO der CSG.
Die CSG und die Gesundheitsforen Leipzig übernehmen als wissenschaftliche Partner zentrale Aufgaben bei der Umsetzung der vom G-BA aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung finanzierten Erprobungsstudie. Dazu gehören die Erstellung des Studienprotokolls, die Auswahl geeigneter Studienzentren sowie die wissenschaftliche Auswertung der erhobenen Daten und die Erstellung des Abschlussberichts für den G-BA. Für die CSG ist dies bereits die vierte Erprobungsstudie im Auftrag des G-BA.
Die Erprobungsstudie ist als randomisierte, kontrollierte Untersuchung angelegt. Geplant sind bundesweit rund 20 Studienzentren und etwa 700 Studienteilnehmenden.
Die Ergebnisse sollen dem G-BA eine abschließende Nutzenbewertung der Behandlungsmethode ermöglichen. Die bisherige Studienlage reicht für eine solche Bewertung noch nicht aus. Die CRP-Apherese ist bislang keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
Mehr Informationen zu der Studie und zu teilnehmenden Studienzentren:
Gemeinsamer Bundesausschuss:
https://www.g-ba.de/studien/erprobung/clear-mi-studie/